Fechten


Vom Spitzensport zum Breitensport

Wie in vielen anderen Sportarten besteht auch im Fechten eine enge Verbindung zwischen Spitzen- und Breitensport Der Spitzensportler gibt durch seine Erfolge dem Nachwuchs, aber auch Verbaenden den noetigen Impuls. Der Breitensport ist jedoch die Basis, die Spitzenresultate erst ermoeglicht. Was zudem das Fechten besonders auszeichnet ist die Tatsache, dass auch bei einem regelmaessigen, aber nicht "profimaessigen" Training durchaus ansprechende Resultate erzielt werden. Muskelkraft allein gibt beim Fechten nicht den Ausschlag.

Wie bei den meisten Sportarten sollte ein erfolgreicher Turnierfechter natuerlich jung - das heisst schon waehrend der Schulzeit - Fechtstunden nehmen und zwar bei einem ausgebildeten Fechtmeister. Autodidakten gibt es in dieser Sportart nicht. Erst wenn man Anfgriffe und Paraden schulmaessig eingeuebt hat, koennen im Fechtsaal mit den Clubkameraden die ersten Kaempfe bestritten werden. Die sog. "Lecons" beim "Maitre" - die individuelle Trainigsarbeit beim Fechtlehrer - bleibt aber daneben immer bestehen. Selbst Olympiasieger und Weltmeister lernen nie aus und schulen Praezision, Schnelligkeit und ganze Angriffs- und Verteidigungskombinationen immer wieder mit dem Fechtlehrer.

Fechten: Kein Volkssport, aber ein Sport fuer alle

Mit dem Vorurteil, Fechten sei ein Sport für Snobs oder ein "Herrensport", muss definitiv aufgeraeumt werden. Wie sich aus den folgenden Ausfuehrungen ergeben wird, kann jeder mit Fechten beginnen. Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Sportarten durchaus im Rahmen. Zudem ist Fechten ein Ganzjahressport, der taeglich und bei jeder Witterung betrieben werden kann. Der finanzielle Einsatz macht sich damit in jedem Fall voll bezahlt. Hiezu kommt, dass der Fechtsport praktisch in jedem Alter erfolgreich und mit Befriedigung betrieben werden kann. Im Zuercher Fechtclub fechten z.B. Junioren ab dem 7. Altersjahr, und der aelteste noch aktive Fechter zaehlt 78 Jahre. Das Fechttraining zeichnet sich auch durch Spannung und Ungezwungenheit aus. Im Fechtsaal steht man abwechslungsweise mehreren Partnern gegenueber. So entfaellt die aergerliche Notwendigkeit, sich regelmaessig und auf einen bestimmten Zeitpunkt zum Training einzufinden. Im Fechten geht man einfach in den Fechtsaal, waermt sich an und fordert den ersten Gegner heraus. Fortgeschrittene Fechter koennen auch die Waffe beliebig wechseln, treten einmal im Florett und einmal im Degen gegen Partner beiden Geschlechts und jeden Alters an. Es ist zudem auch absolut ueblich, dass staerkere und schwaechere Fechter zusammen fechten.

Fazit

Als Vermaechtnis vergangener Zeiten erweckt der Fechtsport im modernen Mensch Impulse romantischer Ritterlichkeit. Darueber hinaus ist aber das Fechten ein besonders wertvoller Ausgleichssport, der eine intensive Beanspruchung des ganzen Koerpers - Muskulatur und Organismus - wie auch des Geistes verlangt. Fechten ist ein eigentlicher Kampfsport, der in einer fairen, offenen und direkten Auseinandersetzung mit dem Gegenspieler besteht. Probleme aus Arbeit, Schule und anderen Belangen ruecken in den Hintergrund. Menschliche Aggressionen werden in natuerlicher, aktiver aber kontrollierten Weise ausgelebt und abreagiert. Es ist eine mitreissende Sportart, die einen gesunden psychischen und physischen Ausgleich bringt. Das Fechten ist heute nicht nur eine der gesuendesten, sondern auch eine der vielseitigsten und ungefaehrlichsten Sportarten.

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